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Münchner Rundfunkorchester: Fest aus Klang und Raum

Sa. 23. Mai 2026 | 19:00

Als der englische König George I. im Jahre 1717 eine prunkvolle Lustfahrt auf der Themse unternahm, schenkte Georg Friedrich Händel seinem Gönner und dessen illustrer Festgesellschaft mit der Wassermusik die ebenso repräsentative wie kurzweilige musikalische Begleitung dazu. Auch Wolfgang Amadé Mozarts Symphonie Nr. 1, von der man jedoch nicht genau weiß, ob sie tatsächlich seine erste ist, entstand in London und wurde dort 1765 einem erlesenen Publikum zu Gehör gebracht. Nach diesem Werk eines Achtjährigen ist die rund zehn Jahre später komponierte Symphonie Nr. 29 ein funkelndes Meisterwerk, das an jedem Fürstenhof und an jeder Residenz hätte begeistern können.

Schon immer haben sich Könige, Fürsten und Regenten durch Musik inszeniert, in der Musik gesonnt und mit Musik unterhalten lassen. Die Instrumente des Orchesters und die Stimmen der Sänger verbanden sich mit der Architektur der Schlösser zu einem alle Sinne ansprechenden Fest aus Klang und Raum. Wenn das Münchner Rundfunkorchester unter Ivor Bolton den Kursaal von Freyung mit Werken von Händel, Bach und Mozart erfüllt, dann wird der Geist des 18. Jahrhunderts lebendig. Die Sopranistin Regula Mühlemann spannt mit der Arie „Let the Bright Seraphim“ aus dem Oratorium Samson und einer Geburtstagsode für Königin Anne (1713) den Bogen zwischen dezenter Theatralik und musikalischer Huldigung, wobei die Trompete von Mario Martos Nieto der Musik zusätzlichen Glanz verleiht. Zwei wahrhaft jubilierende Vokalwerke ergänzen das Programm: Bachs Kantate Jauchzet Gott in allen Landen und Mozarts Motette Exsultate, jubilate.

Münchner Rundfunkorchester
Regula Mühlemann | Sopran
Mario Martos Nieto | Trompete

Regula Mühlemann
Die Schweizer Sopranistin Regula Mühlemann zählt zu den führenden Sängerinnen ihrer Generation. Auf der Opernbühne verkörperte sie jüngst z. B. Konstanze (Die Entführung aus dem Serail) an der Dresdner Semperoper, Gilda (Rigoletto) an der Mailänder Scala, Adele (Die Fledermaus) in Zürich sowie Sophie (Der Rosenkavalier) an der Berliner Staatsoper und am Théâtre des Champs-Elysées in Paris. Auch im Konzertbereich stellt die Künstlerin, die an der Hochschule Luzern ausgebildet wurde, ihre Vielseitigkeit unter Beweis und arbeitete mit Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Riccardo Chailly und Christian Thielemann zusammen. Als Liedinterpretin ist sie ebenfalls sehr gefragt und gastierte etwa in der Londoner Wigmore Hall und der New Yorker Carnegie Hall. Regula Mühlemann stand u. a. als Ännchen für eine Filmversion des Freischütz vor der Kamera. Für ihr fünftes Album Fairy Tales erhielt sie 2023 zum dritten Mal den Opus-Klassik-Preis.

Mario Martos Nieto
Geboren in Madrid, begann Mario Martos Nieto im Alter von acht Jahren mit dem Trompetenspiel. Frühe Orchestererfahrung sammelte er im Nationalen spanischen Jugendorchester und im Schleswig-Holstein Festival Orchester. Von 2015 bis 2016 war er Stipendiat der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker und erhielt Unterricht von Gábor Tarkövi. Meisterkurse besuchte er z. B. bei Maurice André und Håkan Hardenberger. Mario Martos Nieto gewann u. a. den 1. Preis bei den International Trumpet Days in Tallinn, den 2. Preis beim Concorso Città di Chieri und den 3. Preis beim Wettbewerb des Prager Frühlings. Er wirkt regelmäßig als Gast etwa bei den Münchner Philharmonikern, dem Bayerischen Staatsorchester, den Berliner Philharmonikern oder dem Mahler Chamber Orchestra mit. Seit 2016 ist er Solotrompeter im Münchner Rundfunkorchester.

Ivor Bolton
Besonders mit dem Repertoire aus Barock und Klassik hat sich Ivor Bolton einen Namen gemacht. Seine Einspielung von Bruckner-Symphonien mit dem Mozarteumorchester Salzburg, dessen Chefdirigent er zwölf Jahr lang war, oder auch Brittens Billy Budd am Teatro Real in Madrid, wo er bis 2025 als Musikdirektor wirkte, belegen indessen sein breites Spektrum. Als Chefdirigent des Sinfonieorchesters Basel (2016–2025) brachte er die unterschiedlichsten Aufnahmen heraus. Jüngst führte ihn Mozarts Entführung aus dem Serail nach Wien; weitere Aufführungen folgen an der Bayerischen Staatsoper, der er dank vieler Produktionen eng verbunden ist. Für sein Schaffen in München erhielt Ivor Bolton den Bayerischen Theaterpreis. Der Künstler gastierte weltweit an den führenden Häusern von Covent Garden in London bis Sydney und arbeitet seit Langem mit den Salzburger Festspielen sowie der Mozartwoche zusammen. Er ist Chefdirigent des Dresdner Festspielorchesters.

Münchner Rundfunkorchester
Gegründet 1952, hat das Münchner Rundfunkorchester im Laufe seiner 74-jährigen Geschichte die künstlerische Vielfalt zu seinem Markenzeichen gemacht. Mit Konzertreihen in München, regelmäßigen Auftritten im bayerischen Sendegebiet sowie der Präsenz auf bedeutenden Festivals und auf dem Tonträgermarkt genießt es international großes Ansehen. Kinder- und Jugendkonzerte inklusive pädagogischem Begleitprogramm setzen ebenfalls Maßstäbe. Dass das Münchner Rundfunkorchester am Puls der Zeit ist, beweist es auch mit symphonischen Grenzgängen in Richtung Jazz, Filmmusik und Crossover.

Programm

Georg Friedrich Händel (1685–1759)
„Wassermusik“
Suite Nr. 1 F-Dur, HWV 348
1. Ouvertüre. Largo – Allegro

„Let the Bright Seraphim“
Arie für Sopran, Trompete, Streichorchesterund Basso continuo aus dem Oratorium„Samson“, HWV 57

„Wassermusik“
2. Adagio e staccato – 3. [Allegro] – 4. Andante – Adagio – 3. [Allegro da capo] – 5. [ohne Angabe] – 6. Air

„Eternal Source of Light Divine“
Largo für Singstimme, Trompete, Streichorchester und Basso continuo aus der „Ode for the Birthday of Queen Anne“, HWV 74

„Wassermusik“
7. Minuet – 8. Bourrée – 9. Hornpipe – 10. [Allegro moderato] – Adagio

Johann Sebastian Bach (1685–1750)
„Jauchzet Gott in allen Landen“
Kantate für Sopran, Trompete, Streichorchester und Basso continuo, BWV 51
Arie. Jauchzet Gott in allen Landen
Rezitativ. Wir beten zu dem Tempel an
Arie. Höchster, mache deine Güte
Choral. Sei Lob und Preis mit Ehren – Alleluja

Wolfgang Amadé Mozart (1756–1791)
Symphonie Nr. 1 Es-Dur, KV 16
Molto allegro – Andante – Presto

Symphonie Nr. 29 A-Dur, KV 201
Allegro moderato – Andante – Menuetto/Trio – Allegro con spirito

„Exsultate, jubilate“
Motette für Sopran, Orchester und Orgel, KV 165
Allegro. Exsultate, jubilate
Rezitativ. Fulget amica dies
Andante. Tu virginum corona
Allegro. Alleluja

Info:
Einlass: 18.30 Uhr
Vorverkauf: BRticket, Tel. 0800-59 00 594, shop.br-ticket.de sowie über München Ticket
Veranstalter: Münchner Rundfunkorchester in Kooperation mit Stadt Freyung Veranstaltungs gGmbH
Die Konzertkarte berechtigt am Veranstaltungstag zum ermäßigten Eintritt in die Bayerische Landesausstellung 2026 „Musik in Bayern“.

Details

  • Datum: Sa. 23. Mai 2026
  • Zeit:
    19:00 - 23:00
  • Veranstaltungskategorie:

Veranstaltungsort

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