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Zelter- und Pro Musica-Plakette als Zeichen der Anerkennung

30.03.2009

Einmal im Jahr stehen alle 23 Laienmusikverbände in Bayern gemeinsam in der Öffentlichkeit, wenn der Kunstminister stellvertretend für den Bundespräsidenten die Zelter- und Pro-Musica-Plakette überreicht. Am Sonntag lud dazu der Chorverband Bayerisch-Schwaben zum Festakt in das Kulturzentrum Eychmüller-Haus nach Vöhringen. In Anwesenheit von Vertretern aus Politik und Kultur wurden 26 Chöre und 2 Instumentalensembles für über 100-jähriges Wirken ausgezeichnet. Ausgewählte Ensembles aus dem Bereich Chor und Bläser umrahmten die Feier und gaben Beispiele für Breite, Vielfalt und Lebendigkeit engagierter Laienmusikarbeit. Festredner Ministerialdirektor Friedrich Wilhelm Rothenpieler überbrachte die Glückwünsche des verhinderten Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Wolfgang Heubisch, und bekräftigte, dass die Laienmusik auch „unter neuer politischer Führung im Ministerium“ ihren Stellenwert behalte.


Gerade jungen Menschen müsse man zeigen, wie wichtig und wertvoll es sei, sich aktiv zum Instrument und zum Gesang zu bekennen, so Rothenpieler weiter, denn wer gemeinsam musiziere, entwickle viele Tugenden, die auch sonst im Leben wichtig sind. Die Aufgabe des Staates bestehe darin, diese Werte zu stärken und speziell die Laienmusik durch Fördermittel zu unterstützen. Die „vielfältige, breit angelegte und in den Regionen verwurzelte Laienmusik“ müsse jedoch von einer intakten Bürgergesellschaft, die sich uneigennützig zusammentue und für die Gemeinschaft Verantwortung übernehme, von unten her organisiert werden. Rothenpieler: „Die Plakette soll hierfür ein Zeichen des Dankes und der Anerkennung sein und weiterhin Energien frei setzen, die sie für ihre weitere musikalische Entwicklung und Zusammenarbeit brauchen.“ Thomas Goppel, Präsident des Bayerischen Musikrats, lobte den herausragenden Einsatz der Verantwortlichen in den Laienmusikverbänden in Bayern und unterstrich, dass für die Musiker im Freistaat die Harmonie das Wichtigste sei, sie jedoch „nicht immer nur den Blick auf die wachsenden Haushaltspläne der Sportler, sondern auch einen entsprechenden Impuls für eine wirkungsvolle Jugendarbeit“ benötigten. Aktuell setzen sich laut Jürgen Schwarz, Präsident des Chorverbands Bayerisch-Schwaben, rund 6000 Chöre und Ensembles für die Weiterentwicklung der Musikkultur im nichtprofessionellen Bereich in Bayern ein und zeigen damit auch "ihre große musikalische und gesellschaftliche Bedeutung“.
 
Wie leistungsstark diese Ensembles wirken, zeigten die Darbietungen. Stimmlich bestens aufgelegt begrüßten die Kinder des Schulchors Westendorf unter Anleitung von Helmut Maschke die Gäste mit einem bewegten „Herzlich willkommen“ und stellten im choreographierten Rapp „Werner mit dem Fleckentferner“ ihre sprachlichen, musikalischen und szenischen Fähigkeiten unter Beweis. Ideal aufeinander abgestimmt und musikalisch souverän agierte das Blechbläserensemble der Musikschule Dreiklang, Vöhringen und der SK Illertissen mit Leiter Christoph Erb am Pult. Auszüge aus einer Suite von Henry Purcell und einem Werk von Stephen Foster erklangen in strahlend-samtiger Dichte. Dass Männerchöre auch im 21. Jahrhundert positiv in die Zukunft blicken, bestätigte Josef Kirchhofer mit seinem Männerchor Schwabsoien. In beeindruckender Größe und mit ausgewählten Soli sangen sie vom „Zauber der Musik“ und  beschworen den nahenden Frühling. Zum anschließenden Empfang verwöhnte das Vokalensemble Animato mit dem singenden Präsidenten Jürgen Schwarz die Gäste mit ausgewählten Chorklanggenüssen der besonderen Art.
 
Die Zelter- und Pro-Musica-Plakette sind die höchsten Auszeichnungen für musizierende Laien-Ensembles in Deutschland. Sie gehen an Gruppen, die mindestens 100 Jahre bestehen. Die Zelter-Plakette als staatliche Auszeichnung für Chorvereinigungen geht auf eine Stiftung durch Bundespräsident Theodor Heuss aus dem Jahr 1956 zurück. Zwölf Jahre später stiftete sein Amtsnachfolger Heinrich Lübke die PRO MUSICA-Plakette als Anerkennung für Verdienste um die Pflege des instrumentalen Musizierens.
 
Überbrachte die Glückwünsche des Ministers: Ministerialdirektor Friedrich Wilhelm Rothenpieler. Foto: Alfred Michel
 
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