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Gezielte Förderung von Grundschulkindern durch Chorklassen

13.09.2010

Knapp 600 Grundschulkinder im Regierungsbezirk Schwaben und Oberbayern starten zum Schuljahr 2010/2011 als Chorklasse. Statt der regulären 2 Stunden erhalten sie 4 Stunden Musikunterricht pro Woche. Damit wird modellartig erprobt, inwieweit sich das vertiefte Singen und Musizieren auf die Entwicklung der Kinder auswirkt. Erste Erfahrungen aus dem Schuljahr 2009/2010 zeigen, dass sich diese intensive Erziehung durch Musik spürbar posiv auf die Kinder auswirkt. Unabhängig ihrer sozialen und kulturellen Herkunft erfahren die Kinder eine Förderung und Stärkung bezüglich ihrer Persönlichkeit, ihrer sozialen Kompetenzen, ihrer Leistungsbereitschaft und ihrer sprachlichen Entwicklung.


In den Genuss dieser besonderen Förderung kommen Kinder der 1. und 2. Klassen an Grundschulen in Bobingen, Buchloe, Buxheim, Füssen-Schwangau, Germering, Hainsfarth, Haldenwang, Kaufbeuren, Kaufbeuren-Neugablonz, Leitershofen, Lindau, Lindenberg i. Allgäu, Markt Rettenbach, Marktoberdorf, München (GS an der Gänselieselstraße), Olching und Thalhofen a.d. Wertach sowie erstmalig Kinder der 3. Klassen an den Grundschulen in Marktoberdorf und Markt Rettenbach.

„Chorklassen an Grundschulen in Bayern“ ist Teil eines Modellprojekts, das das Netzwerk Musik in Bayern unter dem Dach des Bayerischen Musikrats entwickelt hat und maßgeblich vom Chorverband Bayerisch-Schwaben gefördert wird. In der 1. und 2. Jahrgangsstufe steht das Singen und Musizieren im Mittelpunkt des Musikunterrichts. Die Kinder erhalten von Anfang an eine gezielte Stimmbildung, lernen die vielfältigen Möglichkeiten ihre Stimme als eigenständiges Instrument kennen und erwerben ein Verständnis für die Musik aus der unmittelbaren praktischen Umsetzung. In der 3. Jahrgangsstufe erfolgt eine Heranführung der Kinder an die breite Palette der Instrumente im Blasmusik- und Sinfonieorchester. Zudem erforschen sie das weite Feld der Musik beim gemeinsamen Singen und Musizieren im Klassenverband.

Grundschullehrer, die diese Chorklassen leiten, haben im Vorfeld die Fortbildung „Lehrer singen, Kinder klingen“ absolviert. Entwickelt und durchgeführt von Karl Zepnik, Gesangspädagoge und künstlerischer Leiter der Musikakademie Marktoberdorf, erhielten die Lehrer an 20 Seminartagen, verteilt über zwei Schuljahre, eine intensive Stimmbildung und erwarben grundlegende Kenntnisse über den natürlichen Umgang mit der eigenen Stimme und mit der Kinderstimme. Mit dem erfolgreichen Abschluss dieser Fortbildung erwerben die Lehrer die Zulassung zur Leitung von Chorklassen. 
2008 hat das Staatsministerium für Unterricht und Kultus eigens für dieses Modellprojekt die Einrichtung von Chorklassen mit der Aufstockung von 2 auf 4 Stunden Musikunterricht pro Woche an 20 Grundschulklassen im Regierungsbezirk Schwaben bewilligt. Eine aktuelle Gehirnforschungsstudie der Ludwig-Maximilians-Universität belegt, dass das Erlernen eines Instruments und gemeinsames Musizieren beste Voraussetzungen schaffen, damit junge Leute zu geistig und emotional ausgereiften Menschen heranwachsen. Das Kultusministerium will mit den Chorklassen erproben, wie sich vertieftes Singen auf Lehrer und Grundschüler auswirken.
 
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